
Auf einem Bauernhof bin ich mit meinen drei Brüdern und einer Schwester aufgewachsen. Nach meinem Abschluss als Kauffrau arbeitete ich ein paar Jahre auf einer Immobilienverwaltung und anschliessend in der Buchhaltung.
Obwohl ich als Kind immer gerne Draussen war, hatte ich als Teenager nichts anderes im Kopf als Jungs, die neusten Modetrends und meinen heiss geliebten Sport, dem Schwimmen. Es war mir immer sehr wichtig, was andere Leute über mich denken und ich habe mich oft angepasst, damit mich die Menschen mögen.
Ich würde mich eher als schüchterne und unsichere Person bezeichnen. Ich kann aber auch sehr impulsiv sein, launisch und man sieht es mir sofort an, wenn mir etwas nicht passt. Ich versuche meistens, es meinen Mitmenschen recht zu machen und vergesse dann manchmal mein eigenes Wohlergehen. Ich mag Bier und Schokolade, ich liebe es zu Joggen, obwohl mir danach mehrere Tage die Beine schmerzen. Ich mag es im Regen durch den Wald zu spazieren und wenn ich unterwegs bin, halte ich automatisch nach geeigneten Zeltplätzen Ausschau. Ich träume oft davon, im Wald zu leben, unabhängig von der ganzen Gesellschaft und frei, das zu tun, worauf ich gerade Lust habe.

Als ich 22 Jahre alt war, traf mich ein schwerer Schicksalsschlag, welcher ich bis heute noch nicht so ganz überwunden habe. Eben dieser Tragödie gebe ich bis heute die Schuld, dass die Beziehung zu meinem Ex-Freund gescheitert ist. Wir hatten eine schöne Beziehung, eine tolle gemeinsame Wohnung, gemeinsame Freunde, beide verdienten wir genug Geld um ein paar Mal im Jahr zu verreisen. Wir waren glücklich. Doch ich hatte Angst, nochmal etwas Ähnliches wie damals zu erleben und ich beendete die Beziehung. Das ist nun bereits einige Jahre her und ich habe diese Entscheidung oft bereut.
Doch schlussendlich war diese Trennung der Grund, weshalb ich zum ersten Mal nach Skandinavien reiste.
Ich war sofort begeistert von der unberührten Natur, Einsamkeit und Stille. Endlich lernte ich, wie ich abschalten kann. Einmal dort, will ich immer wieder hin. Auch jetzt bin ich wieder dabei, meine nächste Trekkingtour zu planen.
Wenn man mir vor einigen Jahren gesagt hätte, dass ich meine nächsten paar Sommer damit verbringen würde, alleine, mit dem Zelt auf dem Rücken durch die Wildnis zu wandern, hätte ich das niemals geglaubt. Heute kann ich mir nicht vorstellen, noch einen weiteren Sommer lang im Büro zu sitzen. Vier Wochen Ferien sind längst nicht mehr genug und so habe ich nun endlich den Schritt gewagt, meinen Job zu künden, mich aus der Schweiz abzumelden und im Juni 2016 für einen weiteren Sommer in die Wildnis aufzubrechen…

I finally made it too…so much love, I miss you my dear <3 <3 <3