Tipps & Tricks

2. Etappe

Es gibt vieles, was ich auf meiner ersten Wanderung im Norden gelernt habe. Wenn ich nun an diese Zeit zurückdenke, bin ich dieses Abenteuer doch sehr blauäugig und völlig unvorbereitet angegangen. Aber man lernt ja by doing und so war’s auch bei mir. Hier ein paar Tipps und Tricks, falls ihr auch mal eine ähnliche Wanderung in Erwägung zieht.

Nur das Nötigste mitnehmen. Je mehr Ausrüstung, desto mehr Gewicht. Es ist wichtig, dass das Gewicht des Rucksackes so gering wie möglich gehalten wird. Mein Rucksack wog am Anfang ca. 17.5 Kg (ohne Essen). Nach und nach habe ich Dinge, welche ich nie benutzt habe, nach Hause geschickt und hatte so am Ende noch ca. 15 Kg auf dem Rücken.

Badeanzug braucht man nicht, diesen kann man ohne Bedenken zu Hause lassen.

Kurze Hosen hatte ich zwei Paar dabei, diese aber aufgrund der vielen Mücken nie getragen.

Ich hatte meinen Trinkbecher immer in der Seitentasche meiner Hose. So konnte ich bei jedem Gewässer etwas trinken, ohne jedesmal den Rucksack abzunehmen. Wasser mitschleppen lohnt sich nicht, da immer irgendwo trinkbares Wasser ist.

Panzertape habe ich um meine Trinkflasche gewickelt, da die ganze Rolle viel zu schwer ist und zu viel Platz beansprucht.

Es ist selbstverständlich, dass man seinen Abfall wieder mitnimmt und fachgerecht entsorgt. Ich habe deshalb immer einen Kebag-Plastiksack dabei gehabt, damit meine Plastik- und Papierabfälle, welche vor allem von den Fertigessen stammen von meinem übrigen Gepäck trennen konnte.

Blasenpflaster auf die Blase und Panzertape obendrauf. Blasenpflaster werden beim Schwitzen weich und bleiben schlussendlich an den Socken kleben, was man nie mehr richtig aus den Socken rausbringt.

Sandalen zum Waten anziehen! Die Steine im Wasser sind oft ziemlich rutschig.

Wanderstöcke sehen zwar doof aus, ohne sie hätte ich diese Wanderung aber nicht ohne Zwischenfälle überlebt. Sie entlasten die Knie, stützen beim Flüsse überqueren und helfen in vielen Fällen, das Gleichgewicht zu halten.

Lesestoff mitnehmen. Wenn man tagelang alleine unterwegs ist, kann es schnell langweilig werden. Allgemein empfehle ich, eine solche Solo-Wanderung nur durchzuführen, wenn man ohne Probleme über eine längere Zeitdauer alleine sein kann.

Die aktuelle Wanderkarte in die Hosentasche nehmen, es braucht viel Zeit, etwas aus dem Rucksack zu suchen und auch wenn man den Pfad gut erkennen kann, ist es immer gut zu wissen, wo man in etwa gerade ist.

Im Juni und Juli hat es am meisten Mücken und da die Schneeschmelze noch im Gang ist, auch am meisten Sumpf. Entweder diese Monate meiden oder sich darauf einstellen. -> Mückennetz sowie Gamaschen sind ein MUSS!

Das Zelt immer so verstauen, dass man es ohne Probleme wieder rasch möglichst aufbauen kann. Man weiss nie, wann der nächste Regenschauer einsetzt.

Ohropax sowie Augenbinde mitnehmen wenn man Probleme hat, bei Sonnenschein und Geräuschen zu schlafen. Ich habe mir meistens einfach eine Mütze übers Gesicht gelegt.

Den Rucksack wie folgt packen: Das grösste Gewicht muss am Rücken in der Mitte liegen. In die Höhe packen und nicht in die Breite.

Regenschutz immer griffbereit halten!

Das Zelt in der Nähe von Wasser und wenn möglich oberhalb der Baumgrenze (mehr Wind = weniger Mücken) aufstellen.

Toilettenpapier (1 Rolle, bitte umweltfreundlich, reicht absolut für 14 Tage) schnell griffbereit halten. Es gibt nichts Schlimmeres, als das Papier zu suchen wenn man dringend muss..! Übrigens: jeder Wanderer geht in der Natur „auf Toilette“, ist also gar nicht so schwierig wie ich zuerst befürchtete.

Zusätzliche geschlossene (!!) Turnschuhe mitnehmen, es tut gut, nach dem Wandern die Wanderschuhe auszuziehen. Sandalen sind dazu nicht geeignet wegen der Mücken. Diese stechen auch durch dicke Wollsocken, wie ich leider schmerzlich erfahren musste. Mückenstiche an den Füssen sind ziemlich mühsam.

Und zum Schluss: lass dir von anderen Wanderer keine Angst einjagen! Jeder erlebt seine Wanderung auf unterschiedliche Weise. Wenn eine bestimmte Situation für jemand anderen schlimm war, heisst das noch lange nicht, dass es auch für dich schlimm sein wird. Zum Beispiel haben mir immer wieder diverse Wanderer geraten, den Abschnitt zwischen Abisko und Ritsem nicht auf dem Nordkalottleden, sondern auf dem Kungsleden zu wandern. Es hätte zu viel Schnee dort und es wäre für mich alleine viel zu gefährlich. Die Wahrheit ist, dies war für mich einer der schönste Abschnitte auf dem gesamten Nordkalottleden. Beinahe hätte ich mich davon abbringen lassen. Zum Glück aber war ich zu stur und ich wollte auf keinen Fall meine Wanderung auf dem menschenüberlaufenen Kungsleden machen!

 

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