Sörmlandsleden / Stockholm – Eskilstuna
28.8.2016 – 11.9.2016 – Stockholm – Eskilstuna
Als ich in Stockholm ankomme, ist es Sonntag Morgen um 06.30 Uhr und die Stadt ist ziemlich ruhig. Hie und da tummeln sich noch ein paar Nachzügler, welche direkt vom Ausgang kommen. Damit ich auf dem Sörmlandsleden wandern kann, will ich unbedingt vorher noch bei der Touristeninformation vorbei, um eine Karte zu bekommen. Ohne wenigstens einen Anhaltspunkt zu haben, wo das nächste Wasser ist, will ich auf keinen Fall laufen.
Ab Stockholm kann ich mit der S-Bahn nach Björkhagen fahren und dort startet der Sörmlandsleden. Bald schon bin ich in einem Park und umgeben von Sonntagsspatziergänger. Da ich die ganze Nacht nicht geschlafen habe und das Wetter sowieso nicht so besonders toll ist, stelle ich bald schon mein Zelt auf und verkrieche mich todmüde, aber froh, dass ich bald wieder starten kann.
Am nächsten Tag regnet es in Ströhmen und ich beschliesse, nochmal eine Nacht länger am selben Ort zu bleiben und im Supermarkt nochmal Schokoladennachschub zu kaufen. Den ganzen Tag verbringe ich im Zelt mit essen und lesen.
Der Sörmlandsleden ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem nordischen Fjäll, aber auch dieser Weg führt durch wunderschöne Gegenden. Zwar gibts hier keine Berge mehr, dafür zelte ich fast jeden Abend an einem kleinen See, umgeben mit Wald und geniesse wunderschöne Sonnenuntergänge. Das einzige Problem ist, dass es nicht mehr überall Wasser gibt, leider muss ich nun jeden Tag zusätzlich mindestens 1 Liter Wasser mitschleppen.
Bei einem Windshelter treffe ich auf einen älteren Herrn, welcher mir sofort irgendwie ziemlich bekannt vorkommt. Als ich mit ihm ins Gespräch komme, kann er sich plötzlich erinnern, als ich im Fjäll ein Bad nehmen wollte, war er derjenige, der mich durch sein Starren davon abgehalten hatte. Die Sympatie sinkt durch diese Erkenntnis irgendwie ein bisschen und als er auch noch seinen Schnapps trinkt und fast übers Feuer stolpert, freue ich mich schon fast, morgen wieder alleine unterwegs zu sein.
Meistens bin ich alleine unterwegs und da die Wandersaison schon etwas fortgeschritten ist, treffe ich nicht mehr besonders viele Menschen. Doch kurz vor meinem Endpunkt Eskilstuna, treffe ich auf 4 Franzosen in meinem Alter. Wir machen ein riesen Lagerfeuer und kochen uns zum Dessert Blaubeerenkomplott. Ich geniesse es, mal wieder unter Menschen zu sein. Irgendwie bin ich wohl schon fast zu lange alleine unterwegs.
Der letzte Tag vor Eskilstuna zieht sich in die Länge und ich bin wirklich froh, als ich endlich mein obligates Eiscream in der Hand halte und ein Platz für mein Zelt habe.
Morgen will ich wieder auf den E1 treffen und diesem Trail soweit südlich folgen, wie das Wetter stimmt und je nach Laune.











